Schweregrade

 

ME tritt in verschiedenen Schweregraden auf. Der Schweregrad ist unabhängig vom Alter des Patienten bei Krankheitsbeginn und auch unabhängig von der Dauer der Erkrankung. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können mild oder schwer von ME betroffen sein.

 

Es werden vier Schweregrade unterschieden:

 

 

Dabei muss unbedingt festgehalten werden, dass selbst eine mild oder moderat ausgeprägte ME bereits mit so schwerwiegenden Symptomen und Behinderungen einhergeht, dass die Betroffenen in der Regel arbeitsunfähig sind. Auch mild und moderat Erkrankte sind durch die Erkrankung schwerbehindert und sind als schwer kranke Menschen anzusehen. Da aber ME im schweren Stadium zu extrem starken Behinderungen führt, liegt es auf der Hand, einen weniger schlimmen Verlauf mit „moderat“ oder gar „mild“ zu bezeichnen – obwohl es sich auch bei einem  „milden“ Verlauf um eine schwere Krankheit handelt. ME führt in jedem Schweregrad zur Schwerbehinderung. Eine „milde“ Form von ME, mit wenigen Symptomen und wenigen Beeinträchtigungen gibt es nicht.

 

 


Myalgische Enzephalomyelitis, abgekürzt ME ist eine neuroimmunologische Erkrankung. Man spricht auch von einer Multisystem-Erkrankung, da verschiedene Systeme des Körpers von ihr betroffen sind.

 

ME ist immer verbunden mit einem charakteristischen Set an Symptomen, die je nach Schweregrad unterschiedlich stark ausfallen, und einer starken Minderung der Leistungsfähigkeit, die im Falle der Schwererkrankten bis zur kompletten Unfähigkeit, auch nur irgendeine Alltagshandlung auszuführen, geht.

 

Die Erkrankung ist nicht progredient, d.h., es ist nicht zwingend so, dass sie mild beginnt, sich dann im Laufe der folgenden Jahre verschlimmert und es auf jeden Fall zu Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit kommt. Vielmehr sind ganz verschiedene Verläufe möglich. So gibt es Patienten, die von einem auf den anderen Tag durch ME von einem gesunden Menschen zum Pflegefall werden. Etliche bleiben schwer-oder gar schwerst erkrankt. Aber auch bei pflegebedürftigen ME-Patienten ist eine Besserung möglich. Bei manchen Patienten beginnt die Erkrankung schleichend und verschlimmert sich zunehmend, manchmal bis hin zum Stadium der Schwersterkrankten, manchmal stagniert sie auf einem bestimmten Niveau und bleibt ohne weitere Verschlechterung stabil. Manche Patienten haben einen schwankenden Verlauf, erleben Phasen der Pflegebedürftigkeit sowie bessere Phasen im Wechsel. Nur wenige erleben eine kontinuierliche Verbesserung. Heilung ist- wie bei anderen Krankheiten auch – ohne eine effektive medizinische Behandlung, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht verfügbar ist, nicht möglich.

 

 

Es ist nicht möglich, eine Prognose über den Verlauf zu geben.