Diagnostik

 

Eine ME-Erkrankung lässt sich bisher nicht mithilfe eines Labortestes oder bildgebender Untersuchungsmethoden diagnostizieren, da zum jetzigen Zeitpunkt die Forschung noch keinen für alle Patienten gleichermaßen gültigen Biomarker ausfindig machen konnte. Weltweit gibt es verschiedene Forscherteams, die sich bemühen, einen solchen Biomarker zu finden, so dass in Zukunft die Diagnose womöglich schneller und präziser gestellt werden kann als heute. (Dass es zurzeit keinen allgemein anerkannten Biomarker gibt, bedeutet nicht, dass man bei ME-Patienten keine biologischen Auffälligkeiten findet – mehr dazu HIER.)

 

Trotzdem ist ME zuverlässig diagnostizierbar und zwar mithilfe einer genauen, eng gefassten Krankheitsdefinition: Im Jahr 2003 wurde von einem Expertenteam das „Kanadische Konsensdokument“ [1] veröffentlicht, welches ME genau definiert. 2011 wurde das Dokument überarbeitet und unter dem Namen „International Consensus Criteria“ (ICC) [2] veröffentlicht. Ein Jahr später wurde der „International Consensus Primer for Medical Practitioners“ herausgeben, welcher Hausärzten eine praktische Hilfe an die Hand gibt, um eine ME-Erkrankung zuverlässig diagnostizieren zu können.

 

Alle anderen Krankheitsdefinitionen sollten nicht zur Diagnostik herangezogen werden, denn sie sind zu weit gefasst und bieten deswegen keine sichere Grundlage für eine Diagnose. Mithilfe der ICC jedoch kann eine ME sicher diagnostiziert und von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden.

 

 

[1] http://www.fatigatio.de/fileadmin/user_upload/07/shopdocs_schriftenreihe/schrift16.pdf

 

[2] http://www.cfs-aktuell.de/ICC.pdf